Hier finden Sie Werner Winklers persönliche Antworten auf derzeit 20 Klimafragen.

Die Klimathematik ist sehr komplex. Aber sie wird umso verständlicher, je mehr Begriffe und Unterthemen man versteht.

Ohne eine gewisse Basis an Wissen kann man nicht nachvollziehen, warum die Menschheit durch ihr Verhalten in der Lage war bzw. ist, das Klima zu beeinflussen. Erst wenn man versteht, wie sich die von uns freigesetzten großen Mengen an klimawirksamen Gasen als „Treibhausgase“ betätigen, kann man sich auch über die Konsequenzen unseres Handelns klarer werden.

Vor allem das CO2 aus fossilen Energieträgern wie Öl, Kohle und Gas – aber auch Methan, das u. a. durch die Landwirtschaft und die Tierhaltung entsteht, sind hier die Hauptverursacher dessen, was man kurz den „Treibhauseffekt“ nennt. Er erwärmt unsere Erde immer mehr, was zu den inzwischen deutlich sichtbaren Folgen führt.

Die folgenden Begriffe sind mit einem Artikel (z. B. auf Wikipedia) verlinkt.
So können Sie sich nach und nach mit den wichtigsten davon vertraut machen.

abrupter Klimawechsel

Albedo

Antarktis-Eisschelf

Antarktis-Erwärmung

Antarktis-Gletscher

Arktis-Erwärmung

CO2 als Treibhausgas

Durchschnittstemperatur

globale Erwärmung

Golfstrom

Grönländischer Eisschild

Kippelemente

Lachgas als Treibhausgas

masking effekt

Massenaussterben

Meereisflächen

Meeresspiegel

Meeresspiegel-Anstieg

Methan als Treibhausgas

Rückkopplungsprozesse

Selbstverstärkungseffekt

Treibhauseffekt

vegane Ernährung

Viehhaltung

Wasserdampf

Der unnatürliche Anstieg der klimarelevanten „Treibhausgase“ wurde durch menschliche Aktivitäten ausgelöst.

Besonders die Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdöl ist hier relevant.

Das dadurch freigesetzte CO2, aber auch andere Treibhausgase, lassen sich nicht einfach wieder „einfangen“. Bäume binden CO2, aber eben nur sehr langsam. Zu langsam, um den Anstieg der Erderwärmung kurzfristig zu bremsen.

Technische Lösungen sind zwar beforscht. Aber auch sie verbrauchen enorme Energiemengen, so dass ihr Nutzen mehr als zweifelhaft ist.

Der einfachste Weg, den Anstieg des Gehalts an Klimagasen in der Atmosphäre zu begrenzen ist, sie nicht weiter freizusetzen. Also auf die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas zu verzichten.

Das Anpflanzen von Bäumen, die Rückverwilderung von zuvor anderweitig genutzten Flächen sowie die Vernässung von Mooren kann zwar Treibhausgase binden, aber nur in vergleichsweise geringen Mengen.

Treibhausgase bleiben (unterschiedlich) lange in der Atmosphäre. Je nach Quelle liest man davon, dass ihre Wirkung noch für viele Hundert Jahre oder auch länger anhält.

Das bedeutet, dass auch bei einem sofortigen Stopp der Freisetzung weiterer Treibhausgase die schon vorhandenen die Erwärmung aufrecht erhalten.

Zudem lässt sich die Freisetzung von Methan aus den natürlichen Quellen (z. B. den Meeresböden oder dem tauenden Permafrost) gar nicht stoppen.

Mit einem Anstieg der Temperaturen ist also auf jeden Fall zu rechnen, egal, was die Menschheit tut oder lässt.

Um die Erderwärmung zu stoppen oder gar rückgängig zu machen müsste die Sonneneinstrahlung reduziert werden.

Dies geschieht zum Beispiel dann, wenn durch Vulkanausbrüche große Mengen schwefelhaltige Gase in hohe Luftschichten gelangen. Der Ausbruch des Vulkans Tambora im Jahr 1815 war so ein Ereignis. Damals kühlte die Atmosphäre weltweit ab und führte zum so genannten „Jahr ohne Sommer“.

Ähnlich wirksame Ereignisse wären der Einschlag eines größeren Himmelskörpers auf Land oder die Zündung von Atombomben.

Fragen nach der Zukunft sind immer mit Vorsicht zu beantworten, vor allem wenn sie weit entfernt liegt.

Für die nähere Zukunft lässt sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen, dass sich mit zunehmender Erderwärmung die Lebensbedingungen fast aller Lebewesen verschlechtern werden.

Viele Pflanzen und Tiere verlieren ihre gewohnten Habitate, da sie sich nicht so rasch an die höheren Temperaturen anpassen können. Dazu zählen ab einer bestimmten Erwärmung auch diejenigen Pflanzen, von denen unsere Ernährung größtenteils abhängt (Weizen, Reis, Kartoffeln, Mais, Soja).

Außerdem verlieren auch wir Menschen durch den steigenden Meeresspiegel, durch die Austrocknung jetzt noch fruchtbarer Gebiete, durch Waldbrände und durch versiegende Quellen (um nur einige Beispiele zu nennen) immer mehr Lebensraum.

Absehbar ist also, dass sozialer Stress, Hunger, Unruhen, Wanderungsbewegungen und womöglich auch die Tendenz zu militärischen Auseinandersetzungen mit steigenden Temperaturen zunehmen werden.

Auch wenn der Einfluss jedes Einzelnen auf das Klima minimal ist, ist er doch vorhanden.

Eine Umkehrung der Erderwärmung ist durch menschliches Handeln zwar nicht mehr möglich, jedoch deren Abmilderung.

Kurzfristig lässt sich der eigene Ausstoß an Treibhausgasen dadurch senken, dass wir auf den Verzehr tierischer Lebensmittel und die Nutzung fossiler Energieträger (auch indirekt, etwa durch die Verwendung von Plastik) so weit uns irgend möglich verzichten.

Mittelfristig ist auch der Verzicht auf weitere Nachkommen sowie die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern oder die Begrünung von Wänden und Dächern ein Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung.

Den mit Abstand effektivsten Beitrag würde jedoch der Verzicht auf die Tierhaltung leisten, da derzeit (Stand 2020) so viele „Nutztiere“ und Haustiere gehalten werden, dass deren Kalorienbedarf den aller Menschen übersteigt. Und Kalorienbedarf ist in der Regel gleichzusetzen mit der Freisetzung von Treibhausgasen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach könnten selbst radikalste Maßnahmen die Erderwärmung nicht mehr umkehren.

Jedoch kann der Ausstoß von Klimagasen gemindert und die natürliche Rückholung von CO2 aus der Atmosphäre gefördert werden. Beides reduziert die Stärke der Erderwärmung zumindest mittelfristig.

Zur Reduzierung der Freisetzung von Klimagasen würde beitragen, deren Freisetzung (ob durch Verkehr, Tierhaltung, Heizung oder Produktion) so hoch zu besteuern, dass klimaneutrale Alternativen preiswerter würden.

Zudem könnte die Waldfläche erweitert, die Begrünung von Gebäuden vorgeschrieben und die Rückvernässung von Mooren betrieben werden.

Ein Verbot der Tierhaltung und die Ermutigung, möglichst wenige Nachkommen zu haben, würde hier neben der Verzicht auf die Verbrennung fossiler Energieträger den stärksten Beitrag leisten.

Aller Wahrscheinlichkeit nach könnten selbst radikalste Maßnahmen die Erderwärmung nicht mehr umkehren.

Jedoch kann der Ausstoß von Klimagasen gemindert und die natürliche Rückholung von CO2 aus der Atmosphäre gefördert werden. Beides reduziert die Stärke der Erderwärmung zumindest mittelfristig.

Zur Reduzierung der Freisetzung von Klimagasen würde beitragen, deren Freisetzung (ob durch Verkehr, Tierhaltung, Heizung oder Produktion) so hoch zu besteuern, dass klimaneutrale Alternativen preiswerter würden.

Zudem kann die Begrünung von Gebäuden, die Anlage von Grünflächen, das Pflanzen von Bäumen CO2 binden.

In Kantinen können vegane Speisen angeboten werden; Solaranlagen auf dem Dach erzeugen klimafreundlichen Strom, die Nutzung von Elektrofahrzeugen, die mit Solar- oder Windstrom betrieben werden, spart CO2, ebenso der weitestmögliche Verzicht auf Kunststoffe, die aus Erdöl hergestellt werden oder die Verwendung von Recyclingpapier.

Wenn Unternehmen oder Institutionen Geld investieren, kann gezielt auf solche Projekte gesetzt werden, die klimaneutral oder klimafreundlich sind.

Verantwortlich für die steigende Erderwärmung sind Treibhausgase, die etwa bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern (Erdöl, Erdgas, Kohle), durch die Landwirtschaft, die Tierhaltung und andere industrielle Aktivitäten freigesetzt werden.

Dazu kommen Treibhausgase, vor allem Methan, das durch das Auftauen von Permafrostböden, durch Fracking und die Erwärmung der Meere freigesetzt werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass zunächst die Umstellung von einem Leben als Jäger und Sammler zu einer sesshaften Lebensweise und dann ab ca. 1850 die Industrialisierung für die Erderwärmung verantwortlich zu machen sind.

Die ständig zunehmende Erwärmung von Atmosphäre und Meeren bringt eine Reihe von Systemen durcheinander.

An Land schmelzen Gletscher und Eisschilde, trocknen Böden aus oder werden durch Starkregen weggeschwemmt. In den Bergen taut der Permafrost, wodurch sich bisher festes Gestein lockert. Auch der Permafrost in Sibirien und Alaska taut auf, was zu instabilen Straßen, Gebäuden und Pipelines führt.

Wälder reagieren ebenfalls empfindlich auf die Erwärmung, da sich die Bäume über Jahrtausende auf die bisher üblichen klimatischen Bedingungen eingestellt haben.

Vielen Tieren und Pflanzen (und auch Menschen) wird es in ihrer angestammten Gegend zu warm, so dass sie versuchen, in kühlere oder höhere Gebiete auszuweichen.

Der Anbau von Pflanzen wird durch höhere Temperaturen und/oder geringere Niederschläge vielfach kritisch. Auch für uns Menschen wichtige Nahrungspflanzen sind hiervon betroffen.

In vielen Gegenden ist auch die Versorgung mit Wasser betroffen, z. B. wenn die Gletscher, die bislang die Flüsse gespeist haben, abtauen oder die Regenmengen sinken, weil sich die globalen Wettersysteme ändern.

Über kurz oder lang sind viele Arten und Lebewesen von steigenden Temperaturen bedroht, im Extremfall droht sogar ihr Aussterben.

Ein Statement des Klimaforschers Stefan Rahmstorf von Ende 2019 fasst die Situation zusammen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit Ja.

Vor allem die Versorgung von Milliarden Menschen mit Trinkwasser, preiswerten Lebensmitteln und bezahlbarer Energie steht durch die steigende Erderwärmung auf dem Spiel.

Dazu kommt die starke Erwärmung in manchen Erdteilen und der steigende Meeresspiegel.

In der Summe können diese Risiken das sowieso schon recht anfällig komplexe System unserer modernen globalen Zivilisation ernsthaft bedrohen, nachzulesen z. B. in „Kollaps“ von Jared Diamond oder bei Gregory Fuller und Swante Schwarz.

Vielen Menschen ist überhaupt nicht bewusst, dass wir in einer Zivilisation leben und von ihr existenziell abhängig sind.

Deshalb würde es viele von uns zunächst einmal überraschen, etwa wenn es keinen Strom, kein Internet, keinen elektronischen Zahlungsverkehr oder keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gäbe.

Jared Diamond hat in seinem Buch „Kollaps“ verschiedene historische Beispiele beschrieben, in denen Zivilisationen untergingen.

Der Unterschied zu heute ist, dass keine der historischen Zivilisationen die ganze Welt umfasste. Es gab in der Regel „anderswo“ eine Ausweichmöglichkeit und Gelegenheit für einen Neustart – zumindest für einen Teil der Menschen.

Ziemlich klar ist, dass ohne unsere moderne Zivilisation, ohne Ackerbau mit Hilfe von Maschinen und Dünger, ohne preiswerte Energie und einigermaßen sichere Versorgung der Städte keine sieben oder acht Milliarden Menschen überleben werden.

Realistisch erscheint, dass ohne moderne Zivilisation und bei steigenden Temperaturen höchstens 1-10% der heute lebenden Menschen bestehen können, vielleicht sogar weniger.

Als Vergleichszeitraum erscheint die Zeit vor der Sesshaftwerdung angemessen, also vor ca. 12.000 Jahren. Damals lebten schätzungsweise fünf Millionen Menschen auf der Welt.

Diejenigen, die sich mit Klimafragen und den dadurch entstehenden Risiken befassen, kommunizieren in der Regel auch irgend eine Art von „Hoffnung“.

Sie reichen von „die Technik wird das schon richten“ über „wir können die Erderwärmung stoppen, wenn wir nur alle rasch das Richtige tun“ bis hin zu „wenn man sich gut vorbereitet, kann man auch den schlimmsten Fall überstehen“.

Einige Experten (wie der Biologe Guy McPherson) erklären sogar alle Hoffnungen auf ein längerfristiges Weiterleben der Menschheit für sinnlos. Sie verweisen darauf, dass bei einem Kollaps der Zivilisation durch starke Erwärmung ein bewohnbares Habitat verloren geht – etwa durch die Freisetzung großer Mengen an Radioaktivität, weil die vielen Kernkraftwerke bzw. deren Brennstäbe ohne eine technische Infrastruktur erhitzen und große Mengen radioaktiver Strahlung freisetzen.

Manche Wissenschaftler hoffen darauf, dass das Klimasystem sich selbst reguliert oder die Erwärmung früh genug stoppt, um wenigstens einen Rest an bewohnbarer Welt zu bewahren.

Andere setzen ihre Hoffnung auf den Ausbruch größerer Vulkane, die zu einer Abkühlung beitragen könnten.

Aus Sicht der Evolution könnte die „Hoffnung“ auch darin bestehen, dass durch die Reduzierung der Menschheit unser negativer Einfluss auf das Gesamtsystem schwindet, wenn auch zu einem hohen Preis (weil ja nicht nur Menschen durch die starke Erwärmung sterben, sondern auch viele andere Lebewesen).

Je nach Sichtweise oder Prognose erweisen sich also die einen oder anderen Hoffnungen als obsolet oder sinnvoll. Letztlich hängt die Haltbarkeit einer Hoffnung von der Stärke der Erwärmung ab und wie gut sich ein Individuum oder eine Gemeinschaft darauf einstellen kann.

Durch die Erderwärmung geraten nicht nur die weltweite Durchschnittstemperatur, sondern auch die Höhe des CO2-Gehalts in der Luft, das Methan, Niederschlagsmengen, Gletscherausdehnung,
Meereisflächen oder der Meeresspiegel unter permanente Beobachtung.

Alle diese Daten finden sich im Internet, häufig auch in Schaubildern oder Messreihen.

Entscheidend ist jedoch die Temperaturentwicklung in der Region, in oder von der man lebt im Vergleich zu den langjährigen Messwerten, wie Ende 2019 in Australien, wo die Temperaturen 8-16 Grad über dem Durchschnitt lagen.

Angenommen, in Deutschland steigt die Durchschnittstemperatur eines Jahres um über 2° Celsius – und das nicht nur in einem, sondern in vielen aufeinanderfolgenden Jahren – dann sind die konkreten Auswirkungen klar zu sehen: Dürren, Hitzewellen, Ernteausfälle, erhöhte Todesraten.

Oder wenn die Temperaturen in denjenigen Gebieten steigen, in denen das Getreide angebaut wird, von dem wir uns ernähren – dann ist klar, dass bald darauf die Preise steigen, weil die Erntemengen zurückgehen.

Rein akademisch sind natürlich alle sich ändernden Werte interessant, aber wie konkret sich die Klimaveränderungen auf uns auswirken lässt sich am Einfachsten anhand der Temperaturen absehen.

Hinweis dazu: Der Wert der globalen Durchschnittstemperatur, der meist kommuniziert wird, ist ca. um die Hälfte niedriger als derjenige über den Landflächen. Ursache ist, dass sich die Luft über den Meeren langsamer erwärmt. Deshalb hat sich zwar weltweit die Temperatur erst um etwas mehr als 1° gegenüber der vorindustriellen Zeit erhöht, regional jedoch vielerorts bereits um 2° oder mehr, in der Arktis sogar um 5° C. Die Folgen, etwa für die Gletscher in Sibirien, sind teilweise dramatisch.

Einige Stichworte dazu:

– Extremwetterereignisse
– steigende Meeresspiegel
– Hitzewellen
– Dürren
– Missernten
– weniger Trinkwasser
– Artensterben
– Waldsterben
– Versauerung der Meere
– stärkere Stürme
– häufigere Starkregen
– häufigere Waldbrände
– Ausbreitung von bislang fremden Arten in neue Gebiete, z. B. Stechmücken.

Die jeweiligen Meldungen dazu finden sich reichlich in der Tagespresse, wenn man auf diese Stichwort achtet.  

Da wir (Anfang 2020) bereits bei einer durchschnittlichen Erwärmung von 1,1 oder 1,2° Celsius angelangt sind, klingen 0,3 – 0,4° mehr nicht viel.

Da jedoch die Durchschnittstemperatur über Meeren und Land gemessen wird und die Meeresflächen kleiner als die Landflächen sind, bedeuten 0,3° zusätzliche Erwärmung in manchen Regionen bis zu einem Grad mehr.

Und in Anbetracht der bereits heute absehbaren und tatsächlichen Schäden durch die bisherige Erwärmung wäre ein Grad mehr nochmal eine deutliche Verschlimmerung, etwa bei Hitzewellen, Dürreperioden oder anderen Extremwetter-Ereignissen.

Auch die Pflanzen- und Tierwelt wird noch stärker leiden als bisher.

Und vermutlich das Schlimmste: Ab einer bestimmten Erwärmung (es könnte bei 1,5 oder bei 2° sein) erreichen mehrere Elemente im Klimasystem einen so genannten „tipping point“, von dem ab keine Rückkehr zum vorherigen Zustand mehr möglich ist. Man spricht dann von „Kipp-Punkten“, etwa wenn das Meereis der Arktis vollständig und ganzjährig verschwindet oder wenn das Auftauen des Permafrostes so große Mengen an Methan freisetzt, dass dies eine Spirale der Erwärmung und weiteren Auftauens auslöst.

Um nur einige Beispiele zu nennen.

Neben dem, was bereits bei 1,5° zu erwarten ist, hat die ZEIT schon 2018 einen Artikel veröffentlicht, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Eine weltweit um 5° C im Durchschnitt erwärmte Welt ist kaum vorstellbar.

Denn das hieße, dass es in vielen Regionen um 10° wärmer wäre, was etwa für große Teile Afrikas, des Nahen Ostens, Indiens oder Pakistans praktisch die Unbewohnbarkeit bedeuten würde.

Aber auch Europa und die USA sowie China wären massiv betroffen: da unsere Hauptnahrungspflanzen (Reis, Weizen, Kartoffeln, Mais und Soja) bei diesen Temperaturen nicht mehr wachsen, wäre die Ernährung der Weltbevölkerung spätestens dann praktisch unmöglich. Von der Fütterung Milliarden von „Nutztieren“ ganz zu schweigen.

Dürren, Hitzewellen und Extremwetterereignisse wären die Regel. Vermutlich würde auch das Amazonasbecken zur Steppe und die iberische Halbinsel größtenteils zur Wüste.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird unsere moderne Zivilisation und damit die Mehrheit der heute lebenden Menschen jedoch dieses Szenario gar nicht erleben, da schon ab 3-4° Erwärmung ein normales Weiterleben unmöglich wird.

„Und die Erwärmung hört dann ja auch nicht auf, sondern sie wird dann in weiteren 100 Jahren noch auf sieben, acht Grad ansteigen. Ich glaube nicht, dass die menschliche Zivilisation das überleben würde.“ (Stefan Rahmstorf, forscht am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK)

Vor allem der Biologe Guy McPherson warnt seit Jahren vor der Gefahr einer abrupten Erwärmung um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit.

Seine Analyse basiert auf dem Zusammentreffen mehrerer, sich überlagernder Negativ-Ereignisse mit sofortiger Wirkung auf das Erdklima.

Die Befürchtungen betreffen etwa die Freisetzung großer Mengen Methan aus dem Meer vor Sibirien oder eine Kettenreaktion auf Grund des vollständigen Abschmelzens des Arktikeises.

Kritiker halten ihm jedoch vor, dass er zu simpel vorgehe, indem er das Erwärmungspotential einzelner Faktoren addiert. Sie argumentieren, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass alle (im Einzelnen durchaus möglichen) negativen Entwicklungen direkt aufeinander folgend eintreten.

Andererseits scheint es solche abrupten Klimawandel-Ereignisse im Laufe der Erdgeschichte mehrfach gegeben zu haben, so dass es durchaus Gründe gibt, McPherson anzuhören – zumal schon 1987 ein im Magazin „Nature“ veröffentlicher Bericht über die Eisbohrkerne aus Grönland solche abrupten Klimawechsel nahelegte.

Der Golfstrom versorgt Europa mit Wärme, die aus südlicheren Regionen abgezogen wird.

Abgebremst kann er etwa durch den Eintrag großer Mengen kalten Wassers vor Grönland, das durch das Abschmelzen des dortigen Eisschildes ins Meer gelangt.

Bereits seit längerer Zeit erkennt man auf den Wärmeverteilungsbildern eine große hellblaue Fläche im Meer – sie stammt höchstwahrscheinlich vom grönländischen Eisschild.

Laut Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat der Golfstrom bereits um ca. 15% an Stärke verloren.

Da das Grönlandeis viel rascher abschmilzt als in den älteren Berechnungen angenommen, besteht durchaus das Risiko, dass diese Wassermassen den Golfstrom sehr stark schwächen oder sogar zum Erliegen bringen.

Die Folgen wären drastisch: Europa würde sehr viel kühler und die Äquatorregionen, aus denen bisher Wärme nach Norden abgeleitet wurde, würden sich deutlich erwärmen.